Sie sind hier: Startseite » Aktuelles » Musik als verbindende Kraft
Musik als verbindende Kraft
„Musik als verbindende Kraft“
Musik zur Sterbestunde Jesu – St. Johannis-Kirche Lüchow
Es war eine „Musik zur Sterbestunde“, die über ein gewöhnliches Konzert hinausging und sich zu einem tief bewegenden geistlichen Erlebnis verdichtete. In der St.-Johannis-Kirche Lüchow schufen die St.-Johannis-Kantorei Lüchow gemeinsam mit den Solistinnen Johanna Krumin und Ines Schumacher sowie Mitgliedern der Staatskapelle Schwerin einen Raum der Stille, der Einkehr und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Leiden und Sterben Jesu.
Bereits mit dem Adagio in g-Moll, das Tomaso Albinoni zugeschrieben wird, entstand ein Klangraum von stiller Größe und tiefer Trauer. Die getragenen Linien der Streicher legten sich wie ein ruhiger Atem über den Kirchenraum und eröffneten diese besondere Stunde der Besinnung.
Die anschließende Kronstorfer Messe von Anton Bruckner in einem Arrangement für Chor, Streicher und Orgel zeigte die St.-Johannis-Kantorei Lüchow in großer Geschlossenheit und Ausdruckskraft. Der Chor überzeugte mit einem klaren, ausgewogenen Klangbild und verstand es, die geistliche Tiefe der Musik eindrucksvoll zu vermitteln.
Einen vertrauten und zugleich besonders berührenden Akzent setzten die Choräle aus der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. In ihrer Schlichtheit entfalteten sie eine große emotionale Wirkung und luden zum Innehalten ein.
Den emotionalen Höhepunkt bildete das Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi. Mit feiner Abstimmung und großer Ausdruckstiefe gestalteten Johanna Krumin und Ines Schumacher dieses Werk zu einem intensiven musikalischen Zwiegespräch. Ihre Stimmen vereinten sich zu einer eindringlichen Klage, die Schmerz und Trost gleichermaßen spürbar machte.
Zwischen den musikalischen Werken wurden biblische Texte zur Kreuzigung Jesu von Helmut Simon vorgetragen. In ruhiger, eindringlicher Weise wurde das gesprochene Wort mit der innigen Musik verbunden.
Unter der musikalischen Leitung von Kirchenkreiskantor Christian Wiebeck entwickelte sich ein geschlossenes und stimmiges Gesamtbild. Chor, Solistinnen und Instrumentalisten überzeugten durch Präzision, Ausdruckskraft und sensibles Zusammenspiel.
Das Publikum folgte der Aufführung in großer Aufmerksamkeit und innerer Anteilnahme. Die „Musik zur Sterbestunde“ hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und zeigte eindrucksvoll die verbindende Kraft geistlicher Musik. (KL)





